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 Datum: 1. Quartal 2004
 Ort: Darmstadt
 Frage: Reiserecht - Unfall - Schadenersatz -
 
Es geht um eine Urlaubsreise und daraus resultierendem "Schadensersatz".

Kurzbeschreibung: Urlaub /September 2003 in ..........., Ägypten.

Unfall am Hotelpool durch fehlerhafte Überlaufgitter am Pool. (Hotelverschulden ist unumstritten, M und T haben Fehler eingestanden)

Meine 7-jähriger Sohn trat während einer Kinderanimation in ein ca. 12 cm breites Loch, am Überlaufgitter. ( Bild- und Filmmaterial liegen uns vor und sind auch bei M. bekannt).

Um den gesamten Pool waren größere und kleinere Löcher, die auch dem Hotelpersonal  (Managerin und Stellvertreterin, durch mich und andere Gäste schon Tage vorher bekannt gemacht worden waren.

Die Fehler konnten aber anscheinend wegen fehlendem Reparaturmaterial nicht beseitigt werden.

Am .....2003 geschah der Unfall um ca. ...00 Uhr. Nach Untersuchung durch den Hotelarzt und Röntgen im Krankenhaus war die Diagnose: Vom äusseren Mittelknochen sei ein Stück abgebrochen, eine starke Stauchung des Fußgelenkes, sowie kleine Absplitterungen des Knöchels.

Unserem Sohn wurde ein Liegegips verordnet.

Tragedauer ca. 3-6 Wochen.

Ich habe den Medical-Report des Krankenhauses meiner Versicherung in Deutschland vom Hotel aus zugefaxt. Diese teilte mir telefonisch mit, dass es dringend notwendig sei nach Deutschland zu kommen und meinen Sohn hier untersuchen zu lassen, da dieser noch im Wachstum wäre und der Bericht sich stark nach einer Verletzung der Wachstumsfuge lesen würde.

Die Versicherung teilte mir auch mit, dass, wenn ich keinen Rückflug organisieren könne, sie das übernehmen würde.

Ich konnte der Versicherung nach zweitägigen Bemühungen mitteilen, dass ich es endlich geschafft hatte, einen Standby Flug zu bekommen.

Allerdings ging der nicht - wie gebucht - nach Stuttgart, sondern nach München.

Eine sehr hilfsbereite Frau von T., die für in ....... zuständig war, half uns dann beim Eincheck am Flughafen und vergass prompt bei meiner Mutter in Deutschland anzurufen. Sie hatte das zugesagt, damit sichergestellt werden sollte, dass uns jemand in München abholt.

Da die Dame vergessen hatte anzurufen, mussten wir weitere 4,5 Stunden in München am Flughafen warten, bis meine Mutter uns dort abholen konnte. Dies war natürlich mit weiteren Kosten verbunden.

Der Rückflug war unangenehm, da wir im Flugzeug mit zwei anderen Gästen die Sitze tauschen mussten. Es gab auch nichts zu essen.

Am .......2003 gingen wir mit unserem Sohn ins Krankenhaus. Dort musste zuerst einmal der Gips abgemacht und erneut geröntgt werden. Die Diagnose war für uns ein wahrer Glücksfall, der Knochenbruch und die Absplitterungen wurden als Wachstumsfugen identifiziert.

Es wurde lediglich eine sehr starke Verstauchung des Fußes und des Knöchels festgestellt. Wir mussten den Fuss bandagieren und einige Wochen schonen. Das hiess für uns: keine weiteren Ausflüge, die wir für die Zeit nach unserer Rückkehr geplant hatten.

Auch das Voltigieren mussten wir für einige Zeit aussetzen.

Unsere zusätzlichen Kosten: (Verkürzt!) rd. 300 Euro.

Da der Unfall Hotelverschulden war, hat uns T. die nicht im Hotel verbrachten Tage mit einem Scheck ersetzt. Als ich mich, sowie die Firma M. sich darüber bei T. beschwert haben, hat man uns dann auch die verletzten Tage mit einem Scheck vergütet.

Auf meine telefonische Anfrage, ob denn das normal sei, hat man mir mitgeteilt, dass sie jetzt einfach mal so entschieden haben. Aber ich könnte mich ja mit Ihnen noch einigen, indem ich ihnen vorschlagen solle, wie ich mir eine Entschädigung vorstellen würde.

Als ich dann gesagt habe, dass ich so einen Fall noch nie gehabt hätte und somit nicht wüsste, wie eine Entschädigung aussehen könnte, hat man mir gesagt, sie könnten mir etwas vorschlagen und ich könne es ablehnen. Dann würden sie mir wieder etwas vorschlagen und ich könnte es wieder ausschlagen, deshalb solle ich jetzt die Entschädigung selber festsetzen und sie würden mir dann mitteilen, ob ihnen das gerecht erscheint.

Von unserem 14-tägigen Urlaub haben wir gerade mal eine woche verbracht, dann passierte der Unfall. Wir konnten die in Ägypten geplanten Ausflüge nicht mehr machen und hatten eine grosse nervliche Belastung und auch Sorgen um die Gesundheit unseres Kindes.

Meine Frage: Wie hoch oder welcher Art könnte denn die Entschädigung aussehen. Eventuell einen 14-tägigen Urlaub in einem Hotel, Schadensersatz und Schmerzensgeld für unser Kind?

 
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 Antwort: Reiserecht - Unfall - Schadenersatz -
 
Schadensersatzansprüche kommen in Ihrem Fall sowohl nach den reiserechtlichen Vorschriften der §§ 651 a ff. BGB, als auch nach den deliktsrechtlichen Vorschriften der §§ 823 ff. BGB in Betracht.

Die Regelungen der §§ 651 a ff. BGB finden grundsätzlich nur auf Pauschalreisen Anwendung. Das sind Reiseangebote, die sich aus mindestens zwei Leistungen zusammensetzen, wie beispielsweise Flug und Hotel oder Flug und Mietwagen.

Der Reiseveranstalter ist dem Reisenden zum Schadenersatz verpflichtet, wenn ein erheblicher Reisemangel vorliegt und er diesen Mangel zu vertreten hat. Der Reiseveranstalter hat insoweit nicht nur für sein eigenes Verschulden einzustehen, sondern auch für das der Personen, derer er sich zur Erfüllung seiner im Reisevertrag vereinbarten Pflichten bedient.

Hierbei haftet er auch für Schäden, die durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen verursacht werden, wie in Ihrem Fall die fehlende Abdeckung der Überlaufgitter am Pool.

Damit sind grundsätzlich Schadensersatzansprüche gegeben. Das Verschulden des Reiseveranstalters ist gemäß Ihrer Darstellung nicht streitig, sodass sich nur noch die Frage der Höhe des Schadensersatzes stellt.

Zu ersetzen sind alle Schäden, die dem Reisenden durch die nicht ordnungsgemäße Erfüllung des Reisevertrages entstanden sind.

Hierunter fallen die Mehrkosten einer ausserplanmässigen Rückreise bei durch den Unfall verursachter notwendiger vorzeitiger Rückreise.

Damit sind Ihre Transferkosten zum Flughafen, die Kosten am Flughafen, sowie die Kosten für die Abholung vom Flughafen und die Handykosten grundsätzlich zu ersetzen.

Ersetzen muss der Reiseveranstalter aber nur wirkliche Mehrkosten. Wären also bei ordnungsgemässem Reiseverlauf die Transferkosten zum Flughafen ebenfalls und auch in gleicher Höhe entstanden, so muss er diese nicht ersetzen.

Die Kosten am Flughafen, sowie die Handykosten muss er nur ersetzen, sofern diese Kosten notwendig waren.

Angesichts der langen Wartezeit vor dem Hintergrund, dass Sie im Flugzeug nichts zu essen bekamen erscheinen die Verzehrkosten aber angemessen.

Die Abholkosten vom Flughafen sind ebenfalls zu ersetzen, da die Rückreise an diesem Tag gemäss Ihrer Schilderung notwendig war und kein Flug frei war, der zum Heimatflughafen ging.

Bei den Handykosten ist gegebenenfalls ein Einzelverbindungsnachweis vorzulegen.

Die Kosten für Salben und Verbandsmaterial sind erstattungsfähig, sofern diese Kosten nicht von einer Versicherung übernommen worden sind.

Die Kosten für das nicht in Anspruch genommene Voltigieren sind als nutzlose Aufwendungen ersatzfähig.

Über diesen konkreten finanzielle Schaden hinaus, muss der Reiseveranstalter dem Reisenden auch den Schaden wegen der nutzlos aufgewendeten Reisezeit ersetzen (§ 651 f Abs. 2 BGB).

Wie dieser konkret zu beziffern ist, ist allerdings im Gesetz nicht näher festgelegt und in der Rechtsprechung umstritten.

Teilweise wird er lediglich anhand des Reisepreises ermittelt (so z.B. das OLG München in einem Urteil vom 24.1.2002; AZ: 8 U 2053/01). Andere Gerichte ermitteln den Schadensersatz anhand des Einkommens des Reisenden und des Reisepreises unter Berücksichtigung der Beeinträchtigung und des Verschuldens des Veranstalters. Verfügt der Reisende über ein besonders hohes Einkommen, so wird ein pauschaler Tagessatz des Einkommensbeziehers selbst über 72,- €, seinem mitreisenden nicht erwerbstätigen Ehegatten von 50,- € und eines schulpflichtigen Kindes von 10,- € angenommen.

Für jeden Reisetag, der nicht am Urlaubsort verbracht worden ist, ist dieser Betrag als Schadensersatz zu leisten.

Verfügen Sie nicht über ein besonders hohes Einkommen, können Sie also entweder die Hälfte des Reisepreises fordern, da Sie ja nur die Hälfte der vorgesehenen Zeit am Urlaubsort verbracht haben oder Sie können pro nicht dort verbrachtem Tag einen Tagessatz fordern, der sich unter

Gegenüberstellung Ihres Einkommens mit dem Reisepreis ergibt.

Der Einfachheit halber würde ich an Ihrer Stelle die Hälfte fordern. Wie bereits ausgeführt, werden beide Auffassungen vertreten.

Ob Sie ein Schmerzensgeld fordern können, richtet sich nach der Schwere der Verletzung, der Dauer eines eventuellen stationären Aufenthaltes, der Dauer

Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit, sowie der Dauer und Schwere der erlittenen Schmerzen.

Das deutsche Recht gewährt nur in Fällen gravierender Verletzungen überhaupt ein Schmerzensgeld und dann auch recht niedrige Beträge.

Gemäss Ihrer Schilderung der Verletzung (Verstauchung des Fußes) und der Dauer der Genesung, ist ein Schmerzensgeldanspruch eher zu verneinen. Etwas Anderes könnte allenfalls gelten, wenn Sie den Nachweis führen könnten, dass Ihr Sohn besonders starke Schmerzen hatte (z.B. durch eine entsprechende ärztliche Bescheinigung).

Ist dies möglich, erscheint gemäss Ihrer Schilderung ein Schmerzensgeld in Höhe von ca. 150,- € angemessen.

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